Badepark Berenbostel

Projektbeschreibung

Hallen- und Freibad "Badepark" in Berenbostel, Neubau

Der Badepark Berenbostel wurde umfassend erneuert und zu einem modernen Allwetterbad weiterentwickelt. Das vormals veraltete Hallenbad wurde vollständig neu gebaut und gestalterisch wie funktional mit dem modernisierten Freibad verzahnt. Das städtebauliche Konzept verlegt den Hauptbaukörper weiter ins Gelände, sodass Innen- und Außenbereiche enger miteinander verbunden werden. Ein markantes, nach Süden ansteigendes Dach sorgt für ein lichtdurchflutetes Hallenbad, während große Fensterfronten ganztägigen Sonneneinfall ermöglichen. Die Badehalle umfasst ein 25‑m‑Mehrzweckbecken, ein Erlebnisbecken mit Attraktionen, eine Rückzugsgalerie sowie einen separaten Kleinkinderbereich. Ein abgetrennter Kursbereich mit Hubboden erweitert das Angebot. Die Umkleiden liegen funktional zwischen Hallen- und Freibad und ermöglichen eine wirtschaftliche Doppelnutzung. Akustisch wirksame Holzverkleidungen, hohe Transparenz sowie ein sorgfältig ausgearbeitetes Licht- und Materialkonzept prägen die Atmosphäre. Das Freibad erhielt neue, optimierte Wasserflächen und attraktive Aufenthaltsbereiche, sodass ein ganzheitlich erlebbarer Badepark entstand.

Ergänzend dazu wurde beim technischen Gebäudekonzept großer Wert auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gelegt. Die Wärmeversorgung des Hallenbades erfolgt über das Fernwärmenetz, wodurch lokal keine Emissionen entstehen. Eine Übergabestation mit 900 kW Leistung und automatisiertem hydraulischem Abgleich sorgt für eine bedarfsgerechte Wärmebereitstellung. Das Freibad wird ausschließlich über eine große Solarabsorberanlage beheizt. Fünf raumlufttechnische Anlagen mit insgesamt 75.500 m³/h Volumenstrom gewährleisten ein behagliches Klima und eine effiziente Entfeuchtung; Wärmerückgewinnungssysteme erreichen über 80 % Wirkungsgrad. Die Trinkwasserinstallation wurde hygienisch als durchgeschliffenes Edelstahlrohrsystem ausgeführt, die Warmwasserbereitung übernehmen Frischwasserstationen mit 1.200 kW Gesamtheizleistung. Für die Duschen existiert ein vernetztes Spülsystem sowie eine Wärmerückgewinnung aus Abwasser. Die Badewasseraufbereitung erfolgt gemäß DIN 19643 über Flockung, Filtration und automatische Chlorgranulatdosierung – bewusst ohne Chlorgaslagerung. Moderne Niederdruckfiltersysteme und eine Rückspülwasser‑Recyclinganlage mit ca. 75 % Rückführquote reduzieren Ressourcenverbrauch zusätzlich. Eine zentrale Gebäudeleittechnik überwacht und optimiert alle Anlagen.

Fertigstellung 2022

 

Fotos 1-10 und 15: Architekturfotografie Frank Aussieker, Stephanusstrasse 27, 30499 Hannover